Schon immer stellte der Mensch sich und anderen fundamentale Fragen: Wie entstand die Welt? Was ist der Sinn des Lebens? Lässt sich die Unendlichkeit, die Schöpfung in ihrer Gesamtheit begreifen? Früher oder später stößt der nach Weisheit Strebende an die Grenzen der Erkenntnis; die letzten Wahrheiten bleiben verwährt. Egal, ob man die Geheimnisse des Seins auf intellektuellen, mystischen oder wissenschaftlichen Weg zu ergründen sucht, die menschliche Wahrnehmung ist zu limitiert, um das Ganze in seiner gesamten Tiefe zu begreifen. Könnte man dies, wäre man gottgleich.
Was aber passiert, wenn sich ein höherer Bewusstseinszustand spontan und ohne eigenes Zutun einstellt? Genau dies wird in Der Anfangbeschrieben. Nachts erwacht das erzählende Ich in einem geschlossenen Raum und sieht – ja: schmeckt, hört – die Sterne. Er saugt die Sterne förmlich in sich auf. Absolute Klarheit, Ruhe und Glückseeligkeit machen sich breit. Der Ich-Erzähler wird vom Gleichklang der Schöpfung durchströmt. Eine Stimme bietet dem Protagonisten an, all die Fragen nach den Geheimnissen des Lebens zu stellen, auf die niemand verbindliche Antworten geben kann.
Die Perspektive schwenkt nun von den Weiten des Kosmos’ in die allumfassende Wahrheit der alles erschaffenden Urmutter, der Weltweisheit Sophia, die sich als blau gewandete Frau manifestiert. Ich-Erzähler und Sophia sind nun völlig ineinander verschmolzen. Die Wahrheit durchfließt den Autor förmlich. Nun bekommt er weise Antworten auf seine Fragen. So wird ihm gewährt, den Anfang allen Seins zur erleben. Zum Zeitpunkt dieses Urbeginns gab es nichts außer reiner, alles umfassende Liebe. Aus ihr heraus entsteht das Bewusstsein, das – sobald es sich von der Liebe entfernt – die Weisheit hervorbringt.
Quintessenz dieses Büchleins ist, dass der Mensch einzigartig durch die göttliche Gabe der Freiheit ist. Die zweite wesentliche Erkenntnis: Nur das gehört dem Sein an, was sich der Symbolkraft des Opfers bewusst ist. Aus dem Opfer ist die Weisheit hervorgegangen, die wiederum als das erste Seiende überhaupt gilt. Gleichzeitig ist die Weisheit das Bewusstsein der Liebe. Liebe und Bewusstsein sind hierbei Synonyme für Gott und den Sohn. Ihre wechselseitige Liebe ist hingegen der Heilige Geist.
Ein sowohl universell gefasstes als auch christlich gefärbtes Buch, das dem Leser Wahrheiten näherbringt, die vom erlebenden Ich als absolut wahrgenommen wurden, gleichzeitig aber nicht Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben. Herauszustreichen ist, dass der Autor die Gabe besitzt, komplexe Zusammenhänge in einer verblüffend einfachen Sprache zu erläutern. Speziell Suchende, die Antworten auf die zentralsten Fragen des Lebens finden wollen, dürften von diesem wundervollen Büchlein begeistert sein.