Arthur Maximilian Miller wurde am 16.6.1901 in der Kleinstadt Mindelheim geboren. Nach seiner Ausbildung zum Lehrer lebte der schwäbische Volksdichter von 1938 bis 1989 in Kornau bei Oberstdorf und war dort an der kleinen Dorfschule auch Lehrer.
Das Wohnhaus des viele Jahre in Oberstdorf lebenden und schreibenden schwäbischen Dichters Arthur Maximilian Miller steht immer noch in Oberstdorf Kornau. Freunde des Dichters können sich dort in der unveränderten Stube und im Arbeitszimmer ein anschauliches Bild von der Lebens- und Arbeitsatmosphäre Arthur Maximilian Millers machen. Der Bezirk Schwaben verwaltet den dichterischen Nachlasses des Dichters.
Sein Dichterleben beschrieb beschrieb Dr. Hans Frei im Band „Als ich meine Hose zum ersten mal offiziell gebrauchte – und andere Geschichten“. Da es sicher keine keiner besser kann, als sein ehemalige Freund, möchte ich hieraus zitieren:
Seine Jugend (1901 – 1918)
Arthur Maximilian Miller wurde am 16.6.1901 als zweites Kind von Robert und Katharina Miller in der Kleinstadt Mindelheim geboren. Die Kaufleute besaßen ein Wohn- und Geschäftshaus in der Maximilianstraße 22. Die Eltern weckten schon früh das Interesse ihrer Söhne für Literatur, Kunst und Musik. Arthur M. Miller zeichnete mit Vorliebe die stillen Winkel seiner Heimatstadt und musizierte im Kreis der Familie. Seine Erinnerungen hat er in seiner Biographie „Das Haus meiner Kindheit“ festgehalten. In seinem Roman „Mein altes Mindelheim“ und in Mundartgedichten hat er seiner Heimatstadt ein bleibendes Denkmal gesetzt.
Seine Ausbildung (1918 – 1924)
Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Tod des Vaters (1918) begann für Arthur ein neuer Lebensabschnitt. Nach dem Besuch der dreijährigen Präparandenschule in Mindelheim wechselte Arthur M. Miller 1918 auf die Lehrerbildungsanstalt nach Lauingen an der Donau. Nach dem erfolgreichen Abschluß war er als Praktikant an den Volksschulen in Mindelheim, Wiggensbach, Ettringen und Haselbach tätig.
Sein erster Roman
Fünf Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit der Inflation, entstand sein erster Roman „Das Jahr der Reife“. Die autobiographische Geschichte erzählt von den schwierigen Lebensumständen eines jungen Lehrers, wie er sie selbst erlebt hat. Auch er konnte, wie seine Romanfigur, „auf keine äußere Hilfe Anspruch erheben. Er besaß nur das Notdürftigste und den Glauben an seine Berufung.“
Seine ersten Dienststellen (1924 – 1938)
1924 absolvierte Arthur als bester Teilnehmer die Anstellungsprüfung zum Schuldienst und wurde an die Volksschule in Immenstadt berufen. 1926 erhielt er die Ernennung zum Lehrer. 1930 heiratete er Magdalena Kleiner, die drei Jahre zuvor ihr Studium der Altphilologie, Deutschen Literatur und Geschichte in München abgeschlossen hatte. Die beiden kannten sich bereits seit ihrer Jugend aus Mindelheim.
Leben in Kormau zur Zeit des 3. Reiches (1938 – 1945)
In Immenstadt lehrte Miller bis zu seiner Versetzung nach Kornau bei Oberstdorf im Jahre 1938. Die Schulleitung und die Kriegszeit brachten zahlreiche Belastungen, u.a. in der Zeit der Evakuierungen von Kindern aus den Großstädten des Ruhrgebietes, die im Allgäu Schutz vor den Angriffen suchten.Arthur M. Miller kümmerte sich um die Tages- und Parteipolitik der Nationalsozialisten kaum. In seinen Werken kommen zeit- und gesellschaftskritische Themen nur selten vor. Hitlers zwangsweisen Gleichschaltung aller Lehrer konnte er sich jedoch nicht entziehen.
Nachkriegszeit (1945 – 1959)
Der Zweite Weltkrieg hat seine labile Gesundheit und seine innere Welt stark belastet. Nach dem Ende des Krieges durfte er für zwei Jahre seinen Beruf nicht ausüben. 1947 wurde er von der amerikanischen Militärregierung wieder in den Schuldienst eingesetzt.
1953 erwarb er in Kornau das Sommerhaus des bekannten Stuttgarter Architekten Paul Bonatz. 1955 wurde er zum Oberlehrer befördert,
Ruhestand in Kornau (1959 – 1989)
1959 ging er aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand. In seiner „Dichterei“ in Kornau widmete er sich von nun an ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit.
Ruhestand in Ottobeuren (1989 – 1992)
1989 übersiedelte das Ehepaar Miller von Kornau in das Ruhestandsappartementhaus nach Ottobeuren. Magdalena Miller ging kurze Zeit später ihrem Mann in den Tod voraus. Arthur verstarb mit 91 Jahren am 18.2.1992.
Sein Nachlass – das Dichterhaus
Nach dem Tod von Arthur M. Miller übernahm der Bezirk Schwaben seinen persönlichen und künstlerischen Nachlaß. Das weitgehend unveränderte Wohnhaus bietet mit Mobiliar und Bibliothek die Möglichkeit der Begegnung mit dem geistigen Vermächtnis des Dichters. Junge Künstler oder Wissenschaftler sollen dort befristet leben und arbeiten können. Das literarische Erbe wird unter Federführung der Universität Augsburg in einem Schwäbischen Literaturarchiv verwahrt und bearbeitet.
Seine Veröffentlichungen
Arthur M. Miller veröffentlichte im Laufe seines Lebens nahezu 100 selbständige Bücher und Schriften. In seinen Romanen, Erzahlungen, Biographien, Gedichten und Theaterstücken nimmt das Land zwischen Hier und Loch, Donau und Allgäu breiten Raum ein.
Neben Geschichte und Landschaft stehen häufig historische Gestalten im Mittelpunkt der Handlung. Zahlreiche schwäbische Städte wie Augsburg, Memmingen, Mindelheim oder Kaufbeuren bilden die Schauplätze des Geschehens.
Arthur M. Millers Werk ist gekennzeichnet von christlicher Gesinnung, aufrichtiger Heimatverbundenheit und schwäbischem Selbstwertgefühl. „Die Heimat sehen und erkennbar machen als ein engeres Weltall, den Weg verfolgen in ihr Inneres, das in das Innere aller wesenhaften Dinge einmündet“, so hat er selbst sein Schaffen umschrieben.
-Ehrenbürger von Mindelheim
-Ehrenbürger von Oberstdorf
–Verdienstmedaille des Bezirks
–Bundesverdienstkreuz am Bande (15. Oktober 1959)[4]
-Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (15. Februar 1960)[4]
–Bayerischer Poetentaler (1967)
Quelle: www.oberstdorf-lexikon.de
Eine meditative Betrachtung über die Reinheit.
Vor Jahren habe ich für Dich ein Büchlein geschrieben, liebe, jungfräuliche Freundin!
Ich nannte es „Das Büchlein vom reinen Leben“. Noch ist mir die Stunde gegenwärtig, in der ich die Zuneigung an Dich schrieb und wie heiter mir dabei zumute war. Da schrieb ich: Dieses Büchlein könnte ich auch ungeschrieben lassen, denn es ist Dir nicht not.
Soll ich aber darum von meinem Beginnen wieder ablassen? Weil nicht Not dabei ist? Ach, es verlangt uns danach, auch einmal etwas ohne Not zu verrichten! Denn diejenigen Dinge, die ohne Not verrichtet werden, das eben sind die reinen Dinge.
Ein Buch über Maria Sophia, ein Buch über die Jungfrau, ein Büchlein über wahre Spiritualität, eine christliche Meditation und eine meditative Betrachtung über die Reinheit.
In allen Dingen und Wesen der geschaffenen Welt liegt die Schwermut, weil sie gefallen sind. Die Schwere, die sie in sich tragen, ist der Ausdruck ihrer Gefangenheit. Denn durch das Schwere fällt man und durch das Fallen wird man schwer. Im Äußeren fällt man gegen das Zentrum der Erde zu, im Inneren gegen das Zentrum des Ich. Das Zentrum ist wesenhaft dunkel. Ebenso verhält sich mit dem Zentrum des Ich. Alles unterliegt im wahrsten Sinne des Wortes der „Schwer“mut. Dem war jedoch nicht immer so. Denn zu Zeiten, als sich das Ich noch im Zentrum Gottes befand, war es kräftig und hell. In seinem aufbauenden Ratgeber entführt uns A. M. Miller zuerst in das dunkle Reich der Schwermut, um aufzuzeigen, dass es der Mensch selbst ist, der sich seine eigene Höller erschafft. Begreift er dies, besteht jedoch Hoffnung alles wieder zum Guten. Ein sehr hilfreiches Buch, das auch sehr viel mit Selbsterkenntnis zu tun hat.